Wie die Troubadoure in Okzitanien und die Trouvères im Norden Frankreichs feierten auch die Minnesänger hierzulande die höfische Liebe und verliehen der mittelhochdeutschen Sprache dadurch literarischen Adel. „Minne“ ist ein altdeutsches Wort für Liebe, die Minnesänger waren also „Liebessänger”, und untereinander nannten sie sich gern „die Nachtigallen”. Die meisten von ihnen gehörten dem Adel und dem Ritterstand an. Sie führten die poetische und musikalische Tradition aus dem romanischen Sprachraum nicht nur fort, sie emanzipierten sich nach und nach von ihren Vorbildern und entwickelten im 13. Jahrhundert eine eigene Kunstform. Das französische Ensemble Céladon um den Countertenor Paulin Bündgens tritt die Nachfolge der Minnesänger an und erforscht die höfische, poetische Welt des Mittelalters. Das Programm widmet sich den Singer-Songwritern des 12. Jahrhunderts.
19:10 Uhr Konzerteinführung mit Midori Seiler
Programm:
Konrad von Würzburg (1225/30 – 1287)
Do ich mich übt der seiten klang
Heinrich von Meißen, gennant Frauenlob (1250/60 – 1318)
Gar starc bekant ist der helffant
Albrecht Lesch (unbekannt – 1393)
Zuch durch die wolken
Bruder Wernher (1225 – 1250)
Ich buwe eyn hus
Dietmar von Aist (1115-1171)
Der Winter waere mir ein zît
Heinrich von Meißen, gennant Frauenlob (1250/60 – 1318)
Lucas vns melt im anderen capitel
Robin (13. Jahrhundert)
Nieman tzv vro sol prysen
Der Unversagte (1280 - unbekannt)
Der kvninc Rodolp
Walther von der Vogelweide (1170-1230)
Unter der Linden
Besetzung:
Ensemble Céladon
Clara Coutouly – Sopran
Paulin Bündgen – Countertenor
Myriam Ropars – Streichviolen
Florent Marie – mittelalterliche Laute
Tiago Simas Freire – Flöten und Zink
Caroline Huynh Van Xuan – Organetto