„Berlin. Die Sinfonie der Großstadt“, ein bahnbrechender Stummfilm der 1920er Jahre setzt dem Mythos von Berlin als schnellster Stadt der Welt eine Ästhetik entgegen, die sich in der langsamen Betrachtung der Stadt und ihrer bemerkenswerten Details entfaltet. Ganz ähnlich das Schritttempo des Betrachters im bahnbrechenden Buch „Spazieren in Berlin“ von Franz Hessel aus dem Jahr 1929.
Der flexible Umgang mit Tempo und Zeit spielt auch im Moment des Musizierens eine zentrale Rolle. Das „tempo rubato“ (wörtlich „gestohlene Zeit”, also sich Zeit lassen und dann wieder aufholen) wird im Moment des Musizierens wichtig. Wenn das Streichtrio tiefsaits Bachs „Goldberg-Variationen“ interpretiert, müssen alle drei Spielerinnen im Musizier-Moment ein identisches Zeitempfinden entwickeln. So erkundet dieses Programm die zeitlosen Fragen nach unserem Zeitempfinden.
Programm:
Film:
Die Sinfonie der Großstadt (Walther Ruttmann, Stummfilm Berlin 1927)
Cristoforo Piochi (c.1600 - c.1675)
Ricercar a 3
Domenico Gabrielli (1651-1690)
Ricercar VII für Violoncello solo
Friedemann Stolte (*1966)
ricercar II - von Zeit zu Zeit für Violoncello solo
(basierend auf dem Ricercar VII für Violoncello solo von Domenico Gabrielli)
Domenico Gabrielli (1651-1690)
Ricercar I für Violoncello solo
Friedemann Stolte (*1966)
Ricercar a 3 (Uraufführung)
Friedemann Stolte (*1966)
ricercar III - der springende Punkt
(basierend auf dem Ricercar I für Violoncello solo von Domenico Gabrielli)
Friedemann Stolte (*1966)
ricercar I - letzten Endes für Violoncello solo
(basierend auf dem Ricercar II für Violoncello solo von Domenico Gabrielli)
Domenico Gabrielli (1651-1690)
Ricercar II für Violoncello solo
Cristoforo Piochi (c.1600 - c.1675)
Ricercar a 3
Besetzung:
Anna Reisener, Alma Stolte, Mirjam-Luise Münzel – Violoncello und Lesung